Zu jeder Regel: was sie behauptet, was die Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen – und unser Urteil.
Teilweise wahr
Siebenschläfer
„Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.“
Nicht der einzelne Tag (27. Juni) zählt, sondern die Großwetterlage Ende Juni bis Anfang Juli – wegen der Kalenderreform von 1582 liegt der eigentliche Stichtag heute rund zehn Tage später. Laut DWD hält sich das Wetter in Süddeutschland in bis zu 70 % der Jahre bis Anfang August, im übrigen Binnenland seltener und eher für drei bis vier als für sieben Wochen.
Quelle: DWD-Pressemitteilung 2017, DWD-Lexikon: Bauernregeln
Statistisch kaum belegt
Eisheilige
„Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bevor Sophie vorüber ist.“ (11.–15. Mai)
Der DWD hat die letzten 50 Jahre ausgewertet: Nur in etwa einem Drittel der Jahre gab es um die Eisheiligen Tiefstwerte von 3 °C oder weniger. Eine auffällige Häufung von Kälteeinbrüchen in genau diesen Tagen gibt es nicht. Wegen der Kalenderreform müsste man die Regel ohnehin gut eine Woche später anwenden.
Quelle: DWD – Thema des Tages, Mai 2026
Meist zutreffend
Schafskälte
Kälterückfall Mitte Juni, wenn die Schafe schon geschoren sind.
Laut DWD ist es zwischen dem 10. und 12. Juni in etwa 80 % der Jahre kühler als im Durchschnitt, in etwa 55 % auch nasser. Wie oft die Schafskälte „eintritt“, hängt allerdings stark davon ab, wie genau man sie definiert.
Quelle: DWD-Lexikon: Schafskälte
Meist zutreffend
Weihnachtstauwetter
Grüne statt weiße Weihnachten, weil milde Luft den Schnee wegtaut.
Kurz vor Weihnachten strömt häufig milde Atlantikluft nach Mitteleuropa und taut Schnee aus der ersten Dezemberhälfte wieder weg. Laut DWD passiert das je nach Region in 60 bis 70 % der Jahre.
Quelle: DWD-Lexikon: Weihnachtstauwetter
Meist zutreffend
Martini
„Ist Martini trüb und feucht, wird gewiss der Winter leicht.“ (11. November)
Laut einer Auswertung des DWD folgt auf einen trüben, feuchten 11. November in etwa zwei von drei Fällen ein zu milder Winter. Betrachtet man den Zeitraum bis zum 21. November, steigt die Quote auf rund 75 %.
Quelle: DWD – Thema des Tages, November 2018
Physikalisch plausibel
Abendrot und Morgenrot
„Abendrot – Gutwetterbot, Morgenrot – Schlechtwetter droht.“
Weil das Wetter in Mitteleuropa meist von Westen kommt, braucht Abendrot einen klaren Westhimmel – gutes Wetter ist also eher im Anmarsch. Morgenrot entsteht dagegen, wenn der Osten noch klar ist und von Westen schon Wolken aufziehen. Der DWD spricht von „häufig“; eine Trefferquote gibt es nicht.
Quelle: DWD – Thema des Tages, Oktober 2022
Häufig zu beobachten
Altweibersommer
Schöne, warme Tage im Frühherbst.
Der Altweibersommer ist eine beständige Hochdrucklage, die besonders häufig von Mitte September bis Anfang Oktober auftritt: tagsüber sommerlich warm, nachts kühl mit Tau und Nebel. Eine belastbare Prozentzahl nennt der DWD nicht.
Quelle: DWD-Lexikon: Altweibersommer
Eher Mythos
Hundstage
Die heißesten Tage des Jahres zwischen dem 23. Juli und 23. August.
Der Name stammt vom Stern Sirius im Sternbild Großer Hund und ist astronomisch, nicht meteorologisch begründet. Statistisch herrschen in der Kernzeit Ende Juli bis Anfang August eher unbeständige Südwestlagen.
Quelle: DWD-Lexikon: Hundstage