Wetterstation richtig aufstellen
Der Standort beeinflusst die Messwerte stärker als das Gerät. So stellst du Temperatursensor, Regenmesser und Windmesser nach den Regeln des Deutschen Wetterdienstes auf.
Von der Redaktion Wetterwolke · Zuletzt aktualisiert:
Die Regeln auf einen Blick
So stellt der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine automatischen Wetterstationen auf. Für zu Hause musst du nicht alles exakt einhalten – aber je näher du daran bist, desto genauer misst deine Station.
| Sensor | Höhe | Abstand zu Hindernissen | Untergrund und Schutz |
|---|---|---|---|
| Temperatur und Luftfeuchte | 2 m über Grund | Mauern und Hauswände mindestens 10 m entfernt | über Rasen, in belüftetem Strahlungsschutz; der Messplatz selbst ist schattenfrei |
| Regen | 1 m (in höheren Lagen mehr) | mindestens doppelte, besser vierfache Hindernishöhe (gemessen ab Höhe der Auffangöffnung) | waagerecht, nicht auf Dach, Terrasse oder Beton |
| Wind | 10 m über Grund | mindestens zehnfache Hindernishöhe | freies, ebenes Gelände, nach Norden ausgerichtet |
Quelle: DWD-Richtlinie für automatische nebenamtliche Wetterstationen (2020)
Temperatur: Der Standort entscheidet
Bei der Temperatur entstehen die größten Fehler. Der DWD nennt ein typisches Beispiel: Wird offiziell ein Höchstwert von 34 °C erwartet, zeigt ein Thermometer an der sonnigen Hauswand am Nachmittag leicht noch mehr. Ursachen sind direkte Sonne, fehlende Belüftung und Wärme, die Wände, Pflaster oder Beton abstrahlen.
- Frei im Garten statt an der Fassade, möglichst über Rasen.
- Strahlungsschutz: Der DWD misst in weißen Lamellenhütten, die von Luft durchströmt werden. Für Funksensoren gibt es belüftete Schutzhüllen. Laut TechTest ist ein guter Strahlungsschutz der Grund, warum die Ecowitt WittBoy Pro besonders saubere Temperaturwerte liefert.
- Schatten: Beim DWD sorgt allein der Strahlungsschutz für Schatten – der Messplatz selbst ist frei. Hat dein Sensor keinen guten Strahlungsschutz, ist ein Platz im Halbschatten (etwa auf der Nordseite, aber nicht an der Wand) der bessere Kompromiss.
- Höhe: 2 Meter wie beim DWD; die Weltorganisation für Meteorologie lässt 1,25 bis 2 Meter zu.
Regen: waagerecht und frei
- Der Trichter muss genau waagerecht stehen, beim DWD in 1 Meter Höhe.
- Abstand zu Bäumen, Hecken und Gebäuden: mindestens das Doppelte, besser das Vierfache ihrer Höhe – gemessen ab der Höhe der Auffangöffnung. Steht der Regenmesser in 1 Meter Höhe neben einem 3 Meter hohen Busch, ragt dieser 2 Meter darüber: Der Abstand sollte also mindestens 4, besser 8 Meter betragen.
- Nicht über Beton: Spritzwasser verfälscht die Messung.
- Mechanische Regenwippen regelmäßig von Laub und Insekten befreien.
Wind: so hoch und frei wie möglich
Offizielle Windmessungen finden in 10 Meter Höhe auf freiem Gelände statt, mit einem Abstand von mindestens dem Zehnfachen der Hindernishöhe. Im Garten ist das kaum machbar. Montiere den Windsensor deshalb so hoch und frei wie möglich, etwa an einem Mast über dem Dachfirst, und richte ihn nach Norden aus.
Bei Kompaktstationen (7-in-1) sitzen alle Sensoren an einem Mast. Das ist immer ein Kompromiss: Hoch ist gut für den Wind, aber schlecht für die Temperatur. Wer es genau will, wählt eine Station mit separatem Temperatursensor.
Die häufigsten Fehler
- Temperatursensor an der Hauswand oder in der Sonne
- Station auf Dach, Balkon oder Terrasse mit Beton- oder Steinboden
- Regenmesser zu nah an Bäumen oder Gebäuden
- Windmesser zu niedrig oder im Windschatten des Hauses
- Funkverbindung vor der festen Montage nicht geprüft
Wetterstationen aus dem Messvergleich
Diese Stationen haben in Messtests gut abgeschnitten – richtig aufgestellt messen sie am genauesten.
Bringt einen guten Strahlungsschutz mit und liefert deshalb besonders saubere Temperaturwerte. Mast mit 2,5 cm Durchmesser nötig.
Messtest: TechTest 7/2025
Im TechTest-Vergleich 2022 die plausibelsten Regenwerte, mit Solarbetrieb.
Messtest: TechTest 4/2022
Temperatur auf etwa ±0,5 °C genau, bis zu 22 Zusatzsensoren für Garten, Keller oder Gewächshaus.
Messtest: TechTest 6/2021
Separates Außenmodul, das sich gut frei platzieren lässt. Regenmodul nicht empfehlenswert. Verlinkt ist die 2. Generation; getestet wurde das Vorgängermodell.
Messtest: TechTest 2019, Vorgängermodell
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Häufige Fragen zum Aufstellen
In welcher Höhe sollte man eine Wetterstation aufstellen?
Der Temperatursensor gehört nach der Richtlinie des Deutschen Wetterdienstes in 2 Meter Höhe über Rasen, der Regenmesser in 1 Meter Höhe und der Windmesser in 10 Meter Höhe. Bei Kompaktstationen mit allen Sensoren an einem Mast ist das ein Kompromiss; für zu Hause sind 1,25 bis 2 Meter für die Temperatur ein guter Richtwert.
Darf eine Wetterstation an der Hauswand hängen?
Besser nicht. Hauswände speichern Wärme und verfälschen die Temperatur deutlich. Der Deutsche Wetterdienst verlangt für seine Stationen mindestens 10 Meter Abstand zu Mauern und Hauswänden. Ein Thermometer an der Hauswand in der Sonne zeigt an Sommertagen leicht mehrere Grad zu viel.
Kann man eine Wetterstation auf dem Balkon oder Dach aufstellen?
Für genaue Temperaturwerte ist das ungünstig, weil Dach, Balkon und Beton sich aufheizen. Für Windmessungen ist ein hoher, freier Standort dagegen gut. Der Regenmesser sollte nicht über Beton stehen, weil Spritzwasser die Messung verfälscht.